putzmittel_r_b_by_karl-heinz-laube_pixelio.de_

BASF, Bayer AG & Co. missachten EU-Recht zu Chemikalien

BUND deckt Missstände im EU-Chemikalienrecht auf

Nach Recherchen des BUND e.V. (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) missachten zahlreiche große Unternehmen das europäische Chemikalienrecht. Dieses Ergebnis ergab sich nach Auswertung aktueller Daten des BfR (Bundesamt für Risikobewertung). Dabei nahm der BUND Chemikalien unter die Lupe, die unzählige Haushalte verwenden. Damit zeigen die Recherchen ein sehr aussagefähiges Bild, das eine große Gefahr für Mensch und Umwelt bedeutet. Denn die Firmen umgehen die sogenannte REACH-Verordnung, die für alle europäischen Staaten gilt und zahlreiche Details genau regelt: von der Registrierung und Bewertung der Stoffe bis hin zur Zulassung und Einschränkung bei der Verwendung. Die genaue Bezeichnung der europäischen Chemikalienverordnung lautet Verordnung (EG) 1907/2006.

Das Umweltbundesamt (UBA) bietet Ihnen zu REACH noch mehr Infos und weiterführende Links.

Hier auch eine Publikation für Sie zum REACH-Kongress 2018 im pdf-Format zum Lesen, Ausdrucken und Herunterladen.

EU-Chemikalienverordnung REACH soll Mensch und Umwelt schützen

Die REACH-Verordnung verpflichtet Unternehmen und Industrie dazu, Mensch und Umwelt  eigenverantwortlich vor Chemikalienschäden zu schützen. Das Wort REACH bezeichnet eine Abkürzung aus den Anfangsbuchstaben englischer Begriffe, die die Verordnung näher beschreiben: Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals (Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien).

Wenn Sie möchten, lesen Sie auf chemie.de noch mehr zur REACH-Verordnung. Dort erfahren Sie neben dem REACH-Zeitplan weitere Infos zur Geschichte und sogenannten Sicherheitsdatenblättern.

654 Großunternehmen torpedieren Verbraucherschutz

Wie die Süddeutsche Zeitung (EMPFEHLENSWERTER BEITRAG!) berichtet, halten sich offenbar 654 weltweit agierende Unternehmen nicht an die in der EU gültige REACH-Verordnung. Daher leben zumindest alle Europäer ohne den angestrebten Verbraucherschutz. Chemikalien, die noch nicht unter die REACH-Verordnung fallen, gefährden die Gesundheit von Mensch und Umwelt. Die Unternehmen missachten damit nicht nur die Verordnung, sondern bringen ihre Produkte oft auch ohne entsprechende Registrierung in den Verkehr.

Wie Erfahrungen zeigen (z.B. Glyphosat und weitere Pflanzenschutzmittel), können Geschädigte dann nur über umfangreiche, langwierige Klageverfahren zu ihrem Recht kommen. Natürlich muss dabei ein schlüssiger Zusammenhang zwischen gesundheitlichen Beeinträchtigungen und noch nicht registrierten Produkten hergestellt werden.

Chemikalien bedrohen 413 Millionen Europäer

Laut Statistischem Bundesamt leben in Europa ungefähr 413 Millionen Menschen, die potentiell von nicht registrierten Chemikalien geschädigt werden können. Sicherlich wissen zahlreiche Betroffene gar nicht, dass eine haushaltsübliche Chemikalie sie verseucht hat. Denn Aufklärungen der Hersteller erfolgen nicht – vielleicht aus gutem Grund. Wichtig dabei aber sind immerwährende unabhängige Recherchen und Studien, die solche Missstände aufdecken. Trotzdem bleiben bisher aufgetretene, gesundheitliche Beeinträchtigungen für Mensch und Umwelt noch völlig ungewiss. Die EU muss zukünftig streng darauf achten, die Einhaltung der REACH-Verordnung regelmäßig zu überprüfen und aufgedeckte Lücken zu schließen.

 

Aktuelle Infos für Sie zum Thema „Umwelt und Gesundheit“

Wie bei jedem Beitrag freue ich mich auf Ihre Kommentare.

Bleiben Sie weiterhin kritisch und gesund!

© Paul Bock

 

Werbeanzeigen
bienenwabe_r_k_by_gnubier_pixelio.de_

Pestizid-Prüfungen der EU gefährden Wildbienen-Populationen

EU-Kommission arbeitet halbherzig

Die EU-Kommission steht nicht nur zeitlich unter Druck, um Pestizide vor ihrer Zulassungsverlängerung zu prüfen. Inzwischen werde sie ihre Prüfungen wohl auch weniger streng durchführen. Das berichtet Jost Maurin von taz.de in seinem Bericht, der Ihnen gut recherchierte Fakten und Hintergründe quasi direkt aus Brüssel auf den Tisch legt.

Wie Jost Maurin schreibt, berücksicht der Entwurf der EU damit die Ziele der Pestizidproduzenten, wie zum Beispiel der Bayer AG. Außerdem werde die genaue Überprüfung der Gifte stark eingeschränkt. So werde nur noch ein kurzer, also akuter Körperkontakt der Insekten mit den Pestiziden unter die Lupe genommen. Auch inwieweit die Mittel sich auf die Entwicklung von Larven auswirken bleibt außen vor. Ein Blick auf EU-Mitgliedsstaaten zeigt, dass die Niederlande und Großbritannien den notwendigen Insektenschutz torpedieren. Darunter fällt besonders der Bienenschutz.

europa-kommission_r_k_by_schmuttel_pixelio.de_
europa-kommission_r_k_by_schmuttel_pixelio.de_

Bayer AG steckt in ernsten Schwierigkeiten

Jeder von Ihnen, der das Thema Pestizide und Glyphosat verfolgt, weiß, dass die Bayer AG und ihr Tochterunternehmen Monsanto inzwischen in gefährlichen Stromschnellen rudern. Wie zahlreiche Pressemedien mitteilten, schrumpfte der Marktwert der Bayer AG infolge des Glyphosatskandals in kurzer Zeit sogar unter den Übernahmepreis von Monsanto. Ein hochprozentiger, kaufmännischer Flop, der das DAX-Unternehmen bis ins Mark erschüttert.

Übrigens kündigte die Bundesumweltministerin Svenja Schulze an, den Glyphosateinsatz in Deutschland bis 2023 zu unterbinden. Das sehe auch der Koalitionsvertrag vor. ZDF heute und BR24 haben das Thema für Sie ganz aktuell aufgegriffen.

 

demonstranten_r_k_b_by_stephanie-hofschlaeger_pixelio.de_
demonstranten_r_k_b_by_stephanie-hofschlaeger_pixelio.de_

„Monsanto – Mit Gift und Genen“

Zum Schluss möchte ich Ihnen noch ein SEHR EMPFEHLENSWERTES VIDEO aus YouTube ganz eng ans Herz legen. Der Dokumentarfilm von Marie-Monique Robin zeigt Geschäftspraktiken und Erzeugnisse des Monsanto-Konzerns in klaren Recherchen, wissenschaftlichen Fakten, Bildern und Interviews. Das Video als ARTE Doku HD rollt das Thema aus zahlreichen Gesichtspunkten vor Ihnen aus und dauert daher 1 Stunde 49 Minuten. Wenn Sie aufs Erste nicht soviel Zeit haben, können Sie es sich jederzeit später ansehen oder zwischendurch auf die Pausetaste drücken. Dazu wünsche Ihnen reichhaltige Erkenntnisse. Den Filminhalt lesen Sie am besten auf wikipedia übersichtlich nach.

Bayer Global informiert Sie

Jeder Beitrag erhebt den Anspruch auf Ausgewogenheit. Daher füge ich Ihnen an dieser Stelle schließlich noch eine Seite der Bayer AG an. Das Unternehmen bietet Ihnen dort umfangreiches Info-Material verschiedener Bereiche an. Im Nachrichtenteil können Sie zum Beispiel nach Themen, Produkten, Bereichen und Standorten recherchieren. Eine ausgefeilte Filterfunktion hilft Ihnen dabei. Aber auch weitere Kategorien wie zum Beispiel „Publikationen/Magazine“ mögen Ihnen Türen zur umstrittenen Bayer AG öffnen. Wenn Sie möchten, blättern Sie die Infoseite einmal auf. Ich denke, jeder von uns sollte feststellen, wo Stolpersteine liegen.

Weitere aktuelle Infos zu Pestiziden, Glyphosat & Co. lesen im „Dossier zum Thema Glyphosat & Co.“ beim oekobeobachter.

Nun grüße ich Sie ganz herzlich aus der stillen, mittelfränkischen Nacht und freue mich auf Ihre Kommentare.

© Paul Bock